Bekanntes Kompatibilitätsproblem zwischen OS-Version und UMS-Version

Viele unserer Kunden stehen gerade am Übergang von OS 11 auf OS 12 bei den FORSIS Industrie PC mit IGEL-Betriebssystem. Deshalb möchten wir auf folgenden Sachverhalt hinweisen.
Bei einem Betriebssystemwechsel beim IGEL Client von OS11 auf OS12 ist mindestens UMS 12.02.120 erforderlich; erfolgt die Verwaltung zusätzlich über die IGEL Cloud Gateway (ICG), wird sogar UMS 12.02.130 oder neuer vorausgesetzt.
Wird eine ältere UMS-Version (z. B. UMS 6.x oder eine frühe 12.0x-Version) weiterbetrieben, lassen sich neuere OS-12-Geräte nicht zuverlässig registrieren, aktualisieren oder mit Profilen versorgen.
Ein kurzer Überblick
- IGEL OS 11 – Der End-of-Maintenance-Termin war der 30. Juni 2026. Seither erhalten OS-11-Geräte keine Updates mehr, auch keine sicherheitsrelevanten Secure-Boot-Zertifikate. Bestandsgeräte mit OS 11 sollten daher zeitnah migriert werden.
- IGEL OS 12 – Die aktuelle Hauptversion, geführt in zwei Zweigen: dem stabilen LTS-Zweig (aktuell 12.8.x, z. B. 12.8.2 vom Juni 2026) für produktive Umgebungen sowie einem Rolling-Release-Zweig (12.9.x/12.10.x) für neue Features vor deren Übernahme in den LTS-Zweig. IGEL garantiert für OS 12 einen Support bis mindestens Dezember 2029.
- IGEL OS 13 ist von IGEL bislang nur als zukünftige Möglichkeit angekündigt, mit einer geplanten, großzügigen Übergangsphase zu OS 12 – ein konkretes Release-Datum steht noch nicht fest.
- IGEL UMS wird ebenfalls in der 12.x-Linie geführt, aktueller Stand 12.10.100 (Januar 2026).
Aktueller Stand (Juli 2026): Entgegen anderslautender Annahmen existiert derzeit noch kein IGEL OS 13. Im produktiven Einsatz befinden sich aktuell zwei Hauptversionslinien parallel:
Probleme bei der Profil Zuweisung
Verschärft wird das Problem dadurch, dass OS-11- und OS-12-Profile grundsätzlich nicht kompatibel sind – eine direkte Zuweisung eines OS-12-Profils an ein OS-11-Gerät (und umgekehrt) ist technisch ausgeschlossen. In gemischten Geräteflotten (ältere OS-11-Thin-Clients neben neu ausgelieferten OS-12-Geräten) führt das in der Praxis zu genau der uneinheitlichen Verwaltung, die häufig beobachtet wird: Ein Teil der Geräte lässt sich nicht mehr zentral über dasselbe Profil-Set steuern.
Zusätzlich ist ein von IGEL bestätigter Fehler bekannt: Geräte mit OS 12.4.0 oder älter erneuern ihre Client-Zertifikate gegenüber der UMS in bestimmten Fällen nicht automatisch. Nach Ablauf des Zertifikats (ein Jahr nach Registrierung) werden die betroffenen Geräte für die UMS unsichtbar bzw. nicht mehr verwaltbar. Erst ab UMS 12.08.130 steht ein offizieller Workaround (temporäres Akzeptieren abgelaufener Zertifikate über die Kommandozeile) zur Verfügung, um solche „verwaisten“ Geräte wieder erreichbar zu machen.
Wer Geräte sowohl mit OS 11 als auch OS 12 remote über eine Cloud Gateway verwaltet, benötigt zwingend ICG 12 – die ältere ICG-2.x-Linie deckt diesen gemischten Betrieb nicht mehr ab.
Empfehlung für den praktischen Einsatz
Vor dem Rollout neuer OS-12-Geräte sollte die UMS-Umgebung mindestens auf Version 12.08.130 oder neuer angehoben werden (deckt sowohl die Mindestanforderung für die Migration als auch den Zertifikats-Workaround ab). Bei gemischten Flotten aus OS-11- und OS-12-Geräten ist eine klare Migrationsplanung mit separater Profilverwaltung notwendig, um die bekannten Verwaltungslücken zu vermeiden.
Unser Ansprechpartner für FORSIS Thin Client

Sollten Sie Fragen zu IGEL Lizenzen, Inbetriebnahmen usw. haben, steht Ihnen gerne unser David Gutekunst zur Verfügung.
IGEL Certified Sales Professional