Ein mobiler Arbeitsplatz bringt PC, Scanner und Drucker direkt an den Ort des Geschehens. Damit das eine ganze Schicht lang funktioniert, müssen Akku, Ladegerät und DC/AC-Wandler zu den Verbrauchern passen.


Die Dimensionierung des Akkus am mobilen Arbeitsplatz hängt vor allem vom Drucker ab. Er bestimmt die Spitzenlast beim Einschalten und einen großen Teil des Energiebedarfs. Auf dieser Seite erfahren Sie, was der Druck vor Ort im Prozess bringt und worauf es bei der Versorgung ankommt. Mit unserem Online-Kalkulator ermitteln Sie in wenigen Schritten die passenden Komponenten für Ihre Anwendung.
Etiketten und Auftragspapiere direkt vor Ort erstellen: Das sind die Vorteile
Wer direkt an der Ware druckt, spart Wege und vermeidet Fehler. Der Mitarbeiter muss nicht zum festen Druckplatz laufen, sondern erstellt Etikett, Lieferschein oder Auftragspapier genau dort, wo er sie braucht.
- Kürzere Laufwege: Der Weg zum zentralen Drucker und zurück entfällt. Die gewonnene Zeit fließt in die eigentliche Arbeit.
- Weniger Verwechslungen: Das Etikett entsteht direkt an der Ware und wird sofort angebracht. So bleiben keine Etiketten liegen, und nichts wird dem falschen Artikel oder Auftrag zugeordnet.
- Daten direkt im Prozess: Scannen, Buchen und Drucken finden in einem Schritt am selben Ort statt. Bestand und Auftragsstatus im ERP- oder MES-System bleiben aktuell.
- Flexibel bei Änderungen: Ein Nachdruck oder ein geänderter Auftrag ist sofort erledigt. Der Mitarbeiter bleibt an seinem Platz.
- Unabhängig von Steckdosen: Dank Akku funktioniert der Arbeitsplatz auch dort, wo kein Netzanschluss in der Nähe ist. Wechselnde Einsatzorte sind damit kein Hindernis.
- Bessere Ergonomie: Alle Geräte stehen griffbereit an einem Wagen. Das erspart unnötiges Tragen und Suchen.
Typische Einsatzbereiche sind Kommissionierung, Wareneingang, Versand, Inventur und Fertigung. Auch in Hygienebereichen der Lebensmittel- und Pharmaindustrie kommen mobile Arbeitsplätze zum Einsatz, dann als Ausführung in Edelstahl.
Mobiler Arbeitsplatz: So berechnen Sie die Versorgung des Druckers
Die Drucker-Versorgung am mobilen Arbeitsplatz läuft über drei Komponenten. Der Akku speichert die Energie bei 24 V, der DC/AC-Wandler erzeugt daraus 230 V für die Geräte, und das Ladegerät füllt den Akku in der Pause oder über Nacht wieder auf.
DC/AC Wandler: Die Spitzenlast entscheidet
Drucker brauchen in den ersten Momenten nach dem Einschalten und beim Aufheizen deutlich mehr Leistung als im laufenden Druck. Besonders hoch ist dieser Wert bei Laserdruckern. Deshalb richtet sich die Wandlergröße nicht nach dem Durchschnitt, sondern nach der Summe aller Verbraucher im Einschaltaugenblick.
Diese Spitze belastet auch den Akku: Der Strom auf der 24-V-Seite ist ein Vielfaches des Stroms bei 230 V. Akku und Batteriemanagement müssen ihn sicher liefern können.
Akku Dimensionierung: Der Energiebedarf bis zum nächsten Laden zählt
Für die Dimensionierung des Akkus am mobilen Arbeitsplatz ist entscheidend, wie lange gedruckt wird und wie lange die Geräte nur bereitstehen. Der Gesamtbedarf setzt sich aus zwei Anteilen zusammen:
WORK: Leistung beim Drucken x Druckzeit
STANDBY: Leistung in Bereitschaft x restliche Nutzungszeit
Auch die Bereitschaft zählt: Der PC läuft dauerhaft, und über eine ganze Schicht summiert sich das oft zu mehr Energie als der Druck selbst.
Akkutechnik und Temperatur
Nicht die gesamte Nennkapazität eines Akkus ist nutzbar. LiFePO4-Akkus lassen sich zu etwa 90 % nutzen, Blei-Gel-Akkus zu etwa 70 %. Bei gleichem Bedarf kommt LiFePO4 daher mit weniger Nennkapazität aus. In diesen Angaben sind bereits Sicherheitsreseveren gegenüber der Tiefentladung enthalten.
In kühlen Umgebungen ist die Raumtemperatur ausschlaggebend. Bis 5 °C setzen wir bei LiFePO4 die ARCTIK-Variante des Akkus ein. Prüfen Sie in Kühlbereichen zusätzlich den zulässigen Temperaturbereich des Druckers, denn viele Modelle sind erst ab 5 °C oder 10 °C freigegeben.
Ladegerät: Passend zur Pause bzw. zur freien Ladezeit
Das Ladegerät richtet sich nach der Akkugröße und der verfügbaren Ladezeit. Je kürzer die Ladepause, desto höher muss der Ladestrom sein. Wird der Akku über Nacht geladen, genügt ein kleineres Gerät als bei einer kurzen Pause im Schichtwechsel.
Online Kalkulator: Komponenten für Ihren mobilen Arbeitsplatz bestimmen
Unser Kalkulator ermittelt aus Ihren Geräten und Ihrem Nutzungsverhalten den passenden Wandler, die Akkugröße und das Ladegerät. Hierzu haben wir eine Vielzahl von Druckern mit Ihren Leistungsdaten gesammelt und Ihnen zur Verfügung gestellt. Das Ergebnis erscheint direkt bei der Eingabe, eine Anmeldung ist nicht nötig.
- Verbraucher festlegen: Wählen Sie bis zu zwei Drucker aus der Liste und Ihre PC-Einheit. Die Leistungswerte für Einschalten, Work und Standby werden automatisch eingetragen. Ist Ihr Gerät nicht dabei, wählen Sie „MEIN Drucker“ und tragen die Werte aus dem Datenblatt ein.
- Nutzungsverhalten eingeben: Geben Sie die Nutzungszeit bis zum nächsten Laden, den Druckanteil in Prozent, die Raumtemperatur und die verfügbare Ladezeit an. Wählen Sie außerdem die Akkutechnik: LiFePO4 oder Blei-Gel.
- Ergebnis ablesen: Der Kalkulator zeigt den Wandlertyp (600, 800, 1.200 oder 1.800 W), die Akkugröße (50, 80 oder 100 Ah bei 24 V) und den nötigen Ladestrom. Bei Bedarf weist er auf die ARCTIK-Variante für LiFePO4, knappe Reserven oder Temperaturgrenzen des Druckers hin.
- Auslegung anfragen: Kopieren Sie das Ergebnis und senden Sie uns Ihre Anfrage. Wir prüfen die Auslegung und erstellen Ihnen ein passendes Angebot.
Ein Rechenbeispiel
Ein Zebra ZT411 und ein Panel-PC laufen 8 Stunden bei 20 % Druckanteil und 20 °C Raumtemperatur. Geladen wird 8 Stunden über Nacht, die Akkutechnik ist LiFePO4.
Größe: Ergebnis
Spitzenlast im Einschaltaugenblick: 284 W, entspricht 1,23 A bei 230 V
Strom am Akku bei 24 V: 13,9 A
Energiebedarf Verbraucher: 623 Wh (243 Wh Work, 380 Wh Standby)
Erforderliche Nennkapazität: 33,9 AhAuswahl: Wandler 600 W, Akku 50 Ah, Ladegerät mindestens 6 A

Das Ergebnis ist ein Richtwert für die Vorauswahl. Die verbindliche Auslegung für Ihre Anwendung stimmen wir gern persönlich mit Ihnen ab.
Häufige Fragen:
Wie groß muss der Akku für einen mobilen Arbeitsplatz sein?
Das hängt von Leistung und Nutzungszeit ab. Rechnen Sie die Leistung beim Drucken mal Druckzeit und die Bereitschaftsleistung mal Restzeit zusammen. Hinzu kommen Wandlerverluste und der nutzbare Anteil des Akkus. Unser Kalkulator übernimmt diese Rechnung für Sie
Warum ist der Einschaltwert des Druckers so wichtig?
Beim Einschalten und Aufheizen liegt die Leistung des Druckers deutlich über dem Druckbetrieb. Der Wandler muss diese Spitze tragen, sonst schaltet er ab.
Kann ich einen Laserdrucker am mobilen Arbeitsplatz betreiben?
Ja, das ist möglich. Laserdrucker brauchen aber einen deutlich größeren Wandler und mehr Akkukapazität als Etikettendrucker. In der Regel kommt dafür ein Wandler ab 1.200 W infrage.
LiFePO4 oder Blei-Gel: Welcher Akku passt besser?
LiFePO4 lässt sich zu etwa 90 % nutzen, Blei-Gel zu etwa 70 %. Bei gleichem Energiebedarf genügt mit LiFePO4 daher eine kleinere Nennkapazität. Ausführliche Informationen findest du hier.
Was ist bei niedrigen Temperaturen zu beachten?
Bis 5 °C Raumtemperatur setzen wir bei LiFePO4 die ARCTIK-Variante des Akkus ein. Prüfen Sie zusätzlich, ob Ihr Drucker für diese Temperatur freigegeben ist.
Mein Drucker steht nicht in der Liste. Was nun?
Wählen Sie „MEIN Drucker“ und tragen Sie die Werte aus dem Datenblatt ein. Ist der Einschaltwert unbekannt, setzen Sie das Doppelte der Work-Leistung an.